16. Eintrag

Ich versteh die Welt nicht mehr. Erst schleppen sie uns mit Säcken über dem Kopf was weiß ich wie weit zu irgendeinem scheinbar militärischen Komplex und jetzt das.
Der Tag nach meinem letzten Eintrag war die Hölle. Nachdem sie mich mit lauter Marschmusik aus dem Schlaf gerissen haben, haben sie den ganzen Tag physikalische Tests an mir durchgeführt. Der Großteil davon waren Ausdauertests, zumindest haben sie sich so angefühlt. Nur mittags hatte ich fünfzehn Minuten zum ausruhen und essen, kein Frühstück und kein Abendessen. Am Abend bin ich in meine Zelle zurückgeführt worden und musste feststellen, dass diese komplett leer geräumt wurde. Gerade mal die Farbe an den Wänden war noch da. Nicht einmal ein Licht haben sie mir gelassen, aber das war mir in dem Moment egal. Ich habe mich ohne weiter darüber nachzudenken auf den Boden gelegt und bin eingeschlafen. Was als nächstes passiert ist hätte ich allerdings nicht erwartet.
Ich bin aufgewacht. Das ist aber nicht das seltsame an der ganzen Sache. Wo ich aufgewacht bin ist seltsam. Es ist weder dieser Militärkomplex in dem ich war, noch ist es sonst irgendwo wo ich bisher gewesen wäre. Es dürfte eine Art Einfamilienhaus mit massiven Türen und ohne Fenster sein. Ich bin auch nicht alleine hier. Neun andere Personen dürfte das selbe Schicksal ereilt haben, denn keiner von den Anderen weiß was hier vor sich geht. Alle haben diese seltsamen dunkelblauen Uniformen an und alle zusammen schauen wir aus als wären wir ein Putztrupp. In diesem Putztrupp sind nur drei die ich schon vorher, mehr oder weniger kannte. Thomas, Lisa und Sophie sind von der Gruppe mit der ich bei der Schule eingesperrt wurde. Hoffentlich merke ich mir ihre Namen jetzt endlich. Das einzige, was uns alle, abgesehen von den Uniformen, verbindet ist eine unerklärliche Spannung an der Wirbelsäule beim Hals, aber es ist nichts zu sehen oder zu spüren. Mittlerweile merke ich das ziehen aber nur noch wenn ich dran denke. Die Geschlechter sind zu gleichen Anteilen präsent und offensichtlich war niemand außer mir in dem Militärkomplex.
In einer ersten Panik haben ein paar Leute versucht die Eingangstüre oder besser gesagt, das Eingangstor zu öffnen, allerdings hat sie sich keinen Millimeter bewegt. Als sich alle wieder beruhigt haben, haben wir begonnen das Haus zu durchsuchen und haben leere Rucksäcke gefunden. Einen pro Person. Auch was zu essen und zu trinken war schön säuberlich in Kästen eingeschlichtet. Im Wohnzimmer haben wir eine Mappe gefunden, die alle sehr nervös gemacht hat. Sie hat uns auf eine digitale Anzeige, die an der Decke hängt und auf der ein Countdown läuft hingewiesen. Weiters stand in der Mappe, dass wir, wenn der Countdown abgelaufen ist, gehen sollen, ansonten würden wir keinen weiteren Tag überleben und als Abschied stand noch "Gute Reise". Als ich das letzte mal auf den Countdown geschaut habe waren es noch 16000 Sekunden bis der Zähler auf Null angelangt. Hoffentlich geht die Türe dann auf.
Ich frage mich was das ganze soll. Zuerst diese ganzen Tests und jetzt das. Ist das nur ein weiterer Test? Mich wundert es, dass sie scheinbar von meinem Tagebuch wussten, sonst hätten sie es mir wohl nicht neben meinen Kopf gelegt. Einziges Problem ist, dass ich jetzt wieder nicht weiß welcher Tag heute ist, denn scheinbar war der letzte Tag den eine der anderen erlebt hat der achte April. Wie lange habe ich geschlafen? Wann ist jetzt? Wo ist jetzt? Letzteres wird sich hoffentlich in ca. viereinhalb Stunden aufklären.
Ich werde mich jetzt ein wenig mit den Anderen unterhalten. Mal schauen ob jemand dabei ist mit dem man sich unterhalten kann, während ich die Sekunden herunterzähle.


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30. März 2012 - Nachtrag

Gerade hat man mich wieder in mein Zimmer gebracht. Heute haben die nicht viele Tests gemacht. Blutabnahme, dann musste ich Gewichte stemmen, dann wieder Blutabnahme. Testen die mein Leistungsvermögen? Aber was hat es mit der Blutabnahme auf sich? Außerdem frag ich mich, ob die mit den anderen die selben Test durchführen. Leider konnte ich noch mit keinem der anderen Gefangenen sprechen. Die halten uns strikt getrennt. Zum Glück hab ich mein Tagebuch, das ich mittlerweile inkl. Stift sorgfältig in der Matratze des Bettes verstecke. Ich befürchte die nehmen es mir weg, wenn sie das mitbekommen.
Als ich vorher abgeholt wurde, wurde ich jäh in meinen Ausführungen unterbrochen. Zum Glück hab ich es noch rechtzeitig geschafft das Buch unter die Matratze zu schieben. Der Stift ist mir in der Schnelligkeit hinuntergefallen und unter's Bett gerollt. Sie scheinen aber nichts gemerkt zu haben. Aber zurück zu meiner Wanderung. Mir war klar, dass es ein weiter Weg sein würde, den ich zurücklegen musste, aber beim Gedanken an meine Familie kein Problem. Doch das wirklich Schockierende für mich: eigentlich sollte man ja meinen es hätte in dieser technologischen Welt in der wir Leben irgendeinen Weg geben müssen, jemanden zu erreichen oder zumindest an Informationen zu gelangen. Alles Fehlanzeige. Die komplette Kommunikation scheint zusammengebrochen. Kein Fernsehen, kein Radio, kein Telefon nicht einmal das blöde Handy hat funktioniert. War zwar sau teuer, aber wenn man es braucht - nichts. Nach 3 Tagen war der Akku leer und ich hab's weggeworfen. Unnötiger Ballast. Wozu ein Handy mitschleppen, das eh nicht funktioniert. Und ohne Strom Aufladen? Ich war mit den Nerven ziemlich am Ende und fasst schon am Durchderehen, ehe ich dieses Tagebuch samt Stift gefunden habe. Das Schreiben hat mir neue Kraft und neuen Mut gegeben. Und ich hab mich an die Worte meines ehemaligen Tennislehrer erinnert, der immer gesagt hat "aufgegeben wird maximal ein Brief". Ich versuche diese Worte zu beherzigen und hoffe immer noch darauf meine Familie wiederzusehen. Ich muss irgendeinen Weg hier heraus finden, oder zumindest versuchen an mehr Informationen zu kommen, um mir Klarheit über die jetzige Situation zu verschaffen. Denn diese Ungewissheit darüber was hier vorgeht und was mich erwartet, macht mich ganz schön fertig.
Gott sei Dank haben sie mich nicht gefesselt, sodass ich immer noch schreiben kann. Wenn die Uhr an der Wand stimmt, dann müsste es bald Zeit sein für den abendlichen Kontrollgang der Wachen. Für mich ist es also höchste Zeit das Tagebuch wieder zu verstecken. Und ich hoffe, dass sie es nie finden.


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30. März 2012

Am nächsten Tag hat man uns Kapuzen über die Köpfe gezogen und in ein anderes Gebäude gebracht. Dort werden wir getrennt gefangen gehalten. Der Raum in dem ich mich jetzt befinde sieht aus wie ein Krankenzimmer. Außer einem Bett, WC und Waschgelegenheiten und einer Uhr gibt es nichts hier. Das passt auch zu der restlichen Ausstattung, die ich ab und zu zu sehen bekomme.
Sie holen mich aus dem Zimmer um Tests mit mir durchzuführen. Physische Tests und Blutabnahme - keine Ahnung wozu das gut sein soll, aber die Stunden die ich aus meinem "Zimmer" herauskomme sind für mich eine willkommene Abwechslung.

Es scheint sich um eine Art militärische Einrichtung zu handeln, da an manchen Türen Männer in Kampfanzügen und mit Maschinengewehren herumstehen. Einmal wurde ich an einem dieser Zimmer vorbei geführt. Dort sind seltsame Geräusche zu hören gewesen und es hat gewaltig gestunken. Kein wunder, dass die Typen die davor stehen immer einen derart säuerlichen Gesichtsausdruck haben.
Der Gestank hat mich irgendwie an meine Begegnung mit dem Monster erinnert. Ob die auch solche Viecher hier gefangen halten?
Außer dem Doc gibt es hier noch einige andere Ärzte, die die Untersuchungen durchführen. Die reden alle sehr wenig und sind ziemlich unfreundlich. Dem Doc scheint es unangenehm zu sein, dass wir festgehalten werden wie Versuchskaninchen. Trotzdem wollte er mir nicht sagen, wozu diese Tests gemacht werden, oder er konnte es nicht.
Das einzig gute an dem Laden hier ist, dass es drei Mahlzeiten am Tag gibt und genug zu Trinken. In der letzten Woche ist meine Wunde schon sehr gut geheilt und ich bin wieder ordentlich zu kräften gekommen.
Die Wartezeit in meinem Zimmer verbringe ich damit mir Gedanken darüber zu machen was passiert ist. Ich dachte ich sollte vielleicht einmal niederschreiben was genau passiert ist. Nur für den Fall, dass ich die Sache nicht überlebe weil sie die Versuchskaninchen möglicherweise töten, wenn sie ihr Ziel - was auch immer das sein mag - erreicht haben.

Noch vor vier Monaten hab ich mich in der Früh von meiner Familie verabschiedet und bin auf Geschäftsreise gefahren. Wäre ich doch nur bei ihnen geblieben, dann wüsste ich ob sie noch leben. Ich vermisse meine Lieben. Manchmal kann ich mich nicht mehr an ihre Gesichter erinnern. Hoffentlich vergesse ich sie nicht!
Am Nachmittag hat es dann begonnen. Im Radio war zu hören, dass man unter keinen Umständen die Häuser verlassen soll. Viele haben diese Warnung nicht ernst genommen und sind den Monstern zum Opfer gefallen.
Einige der Opfer wurden selbst zu Monstern, der Rest wurde gefressen.
Natürlich habe ich sofort zu Hause angerufen um zu erfahren wie es meinen Mädls geht, doch ich konnte niemanden erreichen. Ich weiß nicht ob sie den Monstern zum Opfer gefallen sind oder ob sie sich irgendwo versteckt halten.
Im Radio habe ich in den folgenden Tagen immer mehr Informationen und Meldungen über die Monster gehört.
Sie sind nur am Tag aktiv. Anscheinend sind sie so eine Art Kaltblüter. Sie brauchen die wärme des Tages um sich bewegen zu können. In der Nacht verschwinden sie weiß Gott wohin. Das Militär hat in den ersten Nächten versucht sie zu finden. Leider ohne Erfolg. Und am nächsten Tag waren sie wieder hier und haben neue Opfer gefunden.
Dann hörten auch die Berichte im Radio auf und es gab gar keine Informationen mehr. Am liebsten wäre ich sofort nach den ersten Meldungen nach Hause gefahren, aber der öffentliche Verkehr ist komplett zusammengebrochen. Also hab ich mich in der zweiten Woche nach dem ersten Angriff zu Fuß auf den Weg gemacht, da für mich feststand, dass sich die Situation nicht verbessern wird. Wer hätte gedacht, dass ich damit recht hab ...

Sie holen mich zur Untersuchung, ich schreibe später weiter.


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22. März 2012

Ich hätte es mir denken können, es war einfach zu schön um war zu sein, so viel Gutes kann einer einzigen Person in so kurzer Zeit einfach nicht passieren. Nicht unter diesen Umständen. Es hat mich schon gewundert, dass die Monster (ich sollte ihnen wohl irgendeinen Namen geben, irgendwie wirkt es seltsam sie so zu nennen, auch wenn sie es sind) unsere provisorische Behausung nicht gefunden haben und die Schule in so kurzer Zeit zu erreichen hätte ich auch nicht erwartet. Scheinbar waren es gar keine fünfzig Kilometer. Selber fühle ich mich auch schon wieder sehr gut. Das Fieber scheint komplett weg zu sein und ich fühle mich auch wieder richtig kräftig. Auf dem Weg hat nur der Doc mit mir gesprochen, die anderen beiden haben größtenteils geschwiegen. Unsere Gespräche waren hauptsächlich darüber, ob ich sonst noch weiß wo Überlebende sein könnten. Nachdem ich ihm klar gemacht habe, dass ich keine Ahnung habe, habe ich ihm über meine Familie erzählt, meine zwei Töchter, meine Frau und dass ich nicht weiß ob sie noch am Leben sind, weil ich zu dem Zeitpunkt, an dem die Welt zugrunde ging, auf Geschäfftsreise war. Er war zu dem Zeitpunkt in seiner Praxis und als er zurück zu seinem Haus gekommen war, war dieses vollkommen verwüstet und niemand mehr darin zu finden. Er meinte, es sei zwar schon sehr lange her, aber es schmerzt noch immer darüber nachzudenken. Er hat vollkommen recht, so schlimm wie der Gedanke an das mögliche Schicksal meiner Familie ist können die Schmerzen der Wunde an meinem Arm nicht einmal annähernd sein. Ich habe Angst ihre Gesichter ganz zu vergessen, meine Erinnerung an sie ist jetzt schon sehr verwaschen.
Als wir in den Keller der Schule geschaut haben, war dieser vollkommen leer. Nichts, außer haufenweise unbrauchbares Zeug und ein paar Kinderleichen. Die leblosen Körper die überall liegen fallen einem nach einiger Zeit garnicht mehr auf, aber Kinder sind was anderes. Ein paar Schreibutensilien hab ich dann doch mitgenommen, um dieses Tagebuch auch weiterhin führen zu können und ein paar Bücher hab ich mir auch eingesteckt. Da es schon eingermaßen früh war haben wir beschlossen in einem nahegelegenen Gebäude zu übernachten, weil der Keller nur eine Todesfalle gewesen wäre. Wir haben gerade alles so hergerichtet wie wir es brauchten und ich wollte gerade meinen nächsten Tagebucheintrag machen, da kommt plötzlich jemand durch die Türe und sagt zu uns, wir sollen uns nicht ershrecken, er habe uns bei der Schule gesehen. Er hat uns erklärt, dass seine Leute viele Botschaften, wie die die ich gefunden habe, in der Umgebung verteilt haben, aber sie sich selber nicht in der Schule aufhalten, weil es ein zu großes Risiko wäre. Also beobachten sie nur den Eingang und holen die Leute, die sie für vertrauenswürdig halten, zu sich.
Er hat uns gebeten mit ihm zu kommen, was wir auch gemacht haben und uns in ein nahegelegenes Gebäude geführt, wo noch weitere Überlebende auf uns gewartet haben. Das war der Zeitpunkt an dem alles bisher geschehene eine böse Wendung genommen hat.
Ich hätte es mir schon denken können, als der Doc auf dem Weg zu den anderen Überlebenden zu schwitzen begonnen hat, obwohl es draußen recht kühl war.
Dort angekommen hat uns die ganze Gruppe begrüßt und die zwei Männer haben gefragt, ob es noch überlebende gibt die im Moment nicht anwesend sind. Nachdem ihnen bestätigt wurde, dass alle hier sind, haben die beiden Waffen aus ihren Rucksäcken gezogen und gedroht uns zu erschiesen, falls wir eine falsche Bewegung machen sollten. Der Doc meinte ständig, dass es nicht nötig sei, darauf haben die beiden anderen ihn gefragt, ob er unser Schicksal teilen möchte. Der Doc hat das natürlich verneint. Sie haben uns in einen Raum gesperrt und offenbar die Behausung dieser Leute durchsucht.
Jetzt wo wir hier drinnen sitzen habe ich mich mit meinen Mitgefangenen Bekanntschaft geschlossen, nur habe ich mir, bis auf einen, keinen einzigen Namen gemerkt. Sophie. Sie erinnert mich an eine Freundinn die ich mal hatte. Nicht unbedingt vom Aussehen, obwohl sie wirklich gut aussieht, sondern vom Charakter her. Eine sehr gute Person, die versucht hat die Leute zu beruhigen. Dannach hat sie die Kinder, von denen keines eines von ihr ist, schlafen gelegt und ist zu mir gekommen um mit mir zu reden. Es tut gut mit jemandem reden zu können, ich werde mein Tagebuch aber trotzdem weiterführen, damit ich nicht vergesse. Ich darf nicht vergessen, vor allem nicht ihre Gesichter. Hoffentlich sind sie noch am Leben.
Mittlerweile schlafen alle und ich bin auch schon müde. Es macht keinen Sinn munter zu bleiben und abzuwarten was die zwei Männer und der Doc draußen machen, außerdem dürften sie sich auch schon hingelegt haben, zumindest höre ich nichts mehr und bei Tag werden sie wohl kaum hinausgehen. Ach ja, anscheinend haben die Leute hier mittels Kalender Tage gezählt. Um ganz ehrlich zu sein hätte ich gedacht, dass es schon länger her ist, seit ich meine Familie das letzte mal gesehen habe.

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12. Eintrag

Sobald es dunkel war, waren wieder weieter Richtung Westen gezogen. Ich habe keine Ahnung, wieviele Kilometer ich schon seit dem Haus mit der Botschaft zurückgelegt habe, aber die Richtung scheint zu stimmen. Der Freund auf den sie warteten war auch eingetroffen. Ich fühle mich zwar immer noch schwach, aber doch wesentlich besser. Es war angenehm einmal mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein. Aber während wir so durch die Landschaft zogen und sich die Männer über irgendwelche Personen unterhielten, die sie hofften in der Schule anzutreffen, viel mir auf, dass ich ihnen blind vertraut hatte. Muss wohl an meiner Schwächung gelegen habe. Ich habe auch die Pillen bedenkenlos geschluckt. Dabei könnte das sonst was gewesen sein. Drogen zum Beispiel. Aber in der Lage in der ich war, hätte ich wohl alles eingenommen. V.a. wenn es Besserung versprach. Jedenfalls hat das Mittel, was auch immer es war, geholfen. Aber jetzt da es mir besser geht, kommen wieder Zweifel auf an den Absichten meiner Begleiter. Ich rede mir aber fest ein, dass ich denen vertrauen muss. Jedenfalls haben sie sich was zum Essen besorgt und mir auch was davon abgegeben. Die sind offenbar bessere Jäger als ich. Schien ein Hase zu sein, aber sicher bin ich mir nicht. Ich hab auch nicht nachgefragt, denn so genau will ich es dann auch nicht wissen. Zumindest hat es nicht schlecht geschmeckt. Die Männer haben ihn gegrillt. Über einem Feuer, das sie selbst gemacht haben. Noch etwas, dass sie besser können als ich. Allerdings müssen wir das Feuer klein halten . Schon der Geruch, meinte einer der Männer, könnte die Kreaturen auf unsere Fährte locken. Leider haben wir für den kommenden Tag keinen Unterschlupf gefunden, aber die Männer haben im Wald eine Notbehausung aus Zweigen und Blättern aufgebaut. Einer von ihnen kennt sich damit ziemlich gut aus. Jetzt werden wir versuchen abwechselnd zu schlafen und wache zu halten. Die erste Schicht hab ich übernommen. Ich bin froh, dass die Männer mich gefunden haben, hab aber irgendwie auch immer noch ein ungutes Gefühl. Ich versteh auch nicht, warum keiner von denen den Termitenhügel gesehen haben will. Immer wenn sie darauf angesprochen habe, haben sie schnell das Thema gewechselt.
Ich hoffe, dass wir morgen ein gutes Stück weiterkommen. Vielleicht erreichen wir ja dann die Schule, obwohl ich ein wenig Angst davor habe, was uns dort erwartet. Aber vielleicht treffen wir ja tatsächlich andere Überlebende. Vielleicht können wir dann gemeinsam ertwas gegen diese Viecher unternehmen. Ich hoffe auch nach wie vor, dass ich dort jemanden treffe, den ich kenne, auch wenn das sehr´unwahrscheinlich ist. Mein früheres Leben rückt in immer weitere Ferne, es scheint wie ausgelöscht zu sein. Und ich fürchte, dass es niemand den ich kenne geschafft hat. Aber "die Hoffnung stirbt zuletzt" meint zumindest der Doc. Ich fühle, dass ich die Augen nur mehr schwer offenhalten kann. Ich werde mich jetzt ablösen lassen, um selbst ein wenig zu schlafen.

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